Wahrheit und Lüge

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Lieber mit der Wahrheit fallen als mit der Lüge siegen.

Leitgedanken

Neu

  • Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht. Mark Twain
  • In vollen Zügen trinken wir die schmeichelnde Lüge, aber nur tropfenweise schlucken wir die bittere Wahrheit hinunter. Denis Diderot
  • Der Meister hatte ihn noch nie so heftig reden hören. Er ging eine Strecke weiter, dann sagte er: "Es gibt die Wahrheit, mein Liebster! Aber die «Lehre», die du begehrst, die absolute, vollkommen und allein weise machende, die gibt es nicht. Du sollst dich auch gar nicht nach einer vollkommenen Lehre sehnen, Freund, sondern nach Vervollkommnung deiner selbst. Die Ganzheit ist in dir, nicht in den Begriffen und Büchern. Die Wahrheit wird gelebt, nicht doziert. Hermann Hesse
  • Durch Vernunft, nicht aber durch Gewalt soll man die Menschen zur Wahrheit führen. Denis Diderot
  • Es ist immer besser, die härteste Warheit zu ertragen, als sie zu verschleiern und in Illusionen zu leben. Karl Jaspers
  • Wo keine Liebe ist, ist auch keine Wahrheit. Ludwig Feuerbach
  • Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und grösser als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder um Schwierigkeiten zu vermeiden. Mahatma Gandhi
  • Die größte Wohltat, die man einem Menschen erweisen kann, besteht darin, daß man ihn vom Irrtum zur Wahrheit führt. Thomas von Aquin
  • Wenn an einer Wahrheit Ärgernis genommen wird, ist es nützlicher, das Ärgernis entstehen zu lassen, als auf die Wahrheit zu verzichten. Augustinus von Hippo
  • Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben. André Gide
  • Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist. Johann Wolfgang von Goethe

A - F

  • Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrtum verharren, das sind die Narren. Friedrich Rückert
  • Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, daß es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird. Gustave Le Bon
  • Der felsenfesten Wahrheit bringt der Mensch Verehrung nicht entgegen: wohl aber einer schönen Lüge. Gilbert Keith Chesterton
  • Die Wahrheit ist in dieser Zeit so sehr verdunkelt, und die Lüge so allgemein verbreitet, daß man die Wahrheit nicht erkennen kann, wenn man sie nicht liebt. Blaise Pascal
  • Ein halbleeres Glas Wein ist zwar auch ein halbes volles, aber eine halbe Lüge ist mitnichten eine halbe Wahrheit. Jean Cocteau
  • Einen Wahn verlieren macht weiser als eine Wahrheit finden. Ludwig Börne
  • Es gibt nur eine Sittlichkeit, und das ist die Wahrheit. Es gibt nur ein Verbrechen, und das ist die Lüge. Friedrich Schiller
  • Es gibt zwei Arten von Weltgeschichte: die eine ist die offizielle, verlogene, für den Schulunterricht bestimmte; die andere ist die geheime Geschichte, welche die wahren Ursachen der Ereignisse birgt. Honoré de Balzac
  • Es ist ein Unglück, so weit gekommen zu sein, daß als der beste Prüfstein der Wahrheit die Menge der Gläubigen gilt, in einem Gewimmel, in dem die Zahl der Narren die der Weisen um ein so Vielfaches übertrifft. Montaigne

G - Z

  • Ihr wart auf dem richtigen Weg. Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen? Gal 5,7
  • Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit, aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen. Abraham Lincoln
  • Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt als derjenige, der alle Anworten weiß. Chuang Tsu
  • Nur die Liebe zur Wahrheit schafft Wunder. Johannes Kepler
  • Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht. Thomas Jefferson
  • So wie es selten Komplimente gibt ohne alle Lügen, so finden sich auch selten Grobheiten ohne alle Wahrheit. Gotthold Ephraim Lessing
  • Sucht die Wahrheit, hört die Wahrheit, lernt die Wahrheit, liebt die Wahrheit, bleibt treu der Wahrheit, verteidigt die Wahrheit bis in den Tod. Jan Hus
  • Und denn, man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist. Goethe zu Eckermann
  • Wenn du zwischen Wahrheit und Lüge in die Enge kommst, entscheide dich ohne Nachsinnen für die Wahrheit. Sie ist immer die Bessere, gesagt zu werden. August Graf von Platen
  • Wer nach Wahrheit sucht, muss auch mit Lüge rechnen! Denn: Dort wo Wahrheit ist, ist auch die Lüge! Quelle nicht bekannt

Sonstiges

Gelebte Wahrheit

Wer sich in der Welt durchsetzen will, braucht Macht; er muss stärker sein als andere. Die Macht hat vielerlei Namen und Gestalten: Energie, Geld, Intelligenz, Beziehungen, Organisation, Waffen. Der Jünger Jesu hat nicht den Auftrag, sich durchzusetzen. Er soll das Wort Gottes weitersagen, er soll Zeuge Gottes sein in dieser Welt. Und er soll der Kraft Gottes Raum geben in seinem eigenen Leben. Die Menschen werden seinem Wort nur glauben, wenn sie es als gelebte Wahrheit sehen.

Die Freiheit, das Recht und das Gute

Wie kann die freie Welt ihrer moralischen Verantwortung gerecht werden? Die Freiheit behält ihre Würde nur, wenn sie auf ihren sittlichen Grund und auf ihren sittlichen Auftrag bezogen bleibt. Eine Freiheit, deren einziger Inhalt in der Möglichkeit der Bedürfnisbefriedigung bestünde, wäre keine wirklich menschliche Freiheit. Die Freiheit des Einzelnen kann vielmehr nur in einer Ordnung von Freiheiten bestehen. Der Begriff der Freiheit verlangt seinem Wesen gemäß nach der Ergänzung durch zwei weitere Begriffe: das Recht und das Gute. Ohne Zweifel wird Freiheit aber häufig egoistisch und oberflächlich verstanden. Freiheit ist aber nicht ohne Opfer und Verzicht zu haben. Sie verlangt Sorge darum, dass Moral als eine öffentliche und gemeinschaftliche Bindung so verstanden werde, dass man ihr die eigentliche Macht zuerkenne. An dieser Stelle liegt die Gefährdung der modernen Demokratien. Es ist schwer zu sehen, wie die Demokratie, die auf dem Mehrheitsprinzip beruht, ohne einen ihr fremden Dogmatismus einzuführen, diejenigen moralischen Werte in Geltung halten kann, die von keiner Mehrheitsüberzeugung getragen werden.

Die große Freiheit

[...] Die Freiheit Christi scheidet die Menschen in solche, die ihm nachfolgen, und in solche, die ihn ablehnen. Wo die zur großen Freiheit gehörende große Liebe fehlt, die Liebe bis hin zur Feindesliebe um des Feindes willen, die Jesus Christus uns vorgelebt hat, kann die Scheidung mitten durch Familien und Völker gehen:

"Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit der Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter" (Mt 10, 34-35). Ohne die große Liebe führt die große Freiheit in die größte Gefangenschaft: in das Gefängnis der Ichsucht, die alle Schuld beim anderen sucht. [...]

Glaube und Wissenschaft

Die Wahrheit, jegliche Wahrheit, ist göttlichen Ursprungs. Es ist also grundsätzlich nicht möglich, dass Glaube und Wissenschaft einander widersprechen. Zwischen beiden kann kein wirklicher (sondern höchstens scheinbarer) Konflikt bestehen. Das schließt freilich keineswegs aus, dass zwischen Glaube und Wissenschaft Spannungen auftreten, deren Bereinigung nur durch ein langsames, langwieriges und in Einzelfällen tragisches Ringen um eine Wahrheit möglich ist. Sofern aber die Wissenschaft Wahrheit entdeckt, kann sie mit dem christlichen Glauben nicht in Widerspruch stehen. Dies scheint uns die einzig sachgerechte Haltung des Christentums den Wissenschaften gegenüber zu sein, die ja im Begriff sind, dem Menschen ein Universum von atemberaubender Größe zu erschließen. Gerade darin aber sehen wir eine Verheißung: Je größer die Welt wird, je mächtiger der menschliche Geist, desto größer können wir auch Gott denken (L. Boros).

Wahrhaftigkeit

Gedanken von Albert Schweitzer

Wahrhaftigkeit ist das Fundament des geistigen Lebens. Durch seine Geringschätzung des Denkens hat unser Geschlecht den Sinn für Wahrhaftigkeit und mit ihm auch den für Wahrheit verloren. Darum ist ihm nur dadurch zu helfen, daß man es wieder auf den Weg des Denkens bringt. Es wird unbegreiflich bleiben, daß unser durch Errungenschaften des Wissens und Könnens so groß gewordenes Geschlecht so herunterkommen konnte, auf das Denken zu verzichten.

Die Philosophie gab den Zusammenhang mit dem im Menschen natürlich vorhandenen Suchen nach Weltanschauung preis und wurde zu einer Wissenschaft von der Geschichte der Philosophie. Das geistige und materielle Elend, dem sich unsere Menschheit durch den Verzicht auf das Denken und die aus dem Denken kommenden Ideale ausliefert, stelle ich mir in seiner ganzen Größe vor. Als unverlierbaren Kinderglauben habe ich mir den an die Wahrheit bewahrt.

Ich bin der Zuversicht, daß der aus Wahrheit kommende Geist stärker ist als die Macht der Verhältnisse. Finde ich Menschen, die sich gegen den Geist der Gedankenlosigkeit auflehnen und als Persönlichkeiten lauter und tief genug sind, daß die Ideale ethischen Fortschritts als Kraft von ihnen ausgehen können, so hebt ein Wirken des Geistes an, das vermögend ist, eine neue Gesittung in der Menschheit hervorzubringen.

Weil ich an die Kraft des Geistes und der Wahrheit vertraue, glaube ich an die Zukunft der Menschheit.

Freiheit und Liebe

Ohne Liebe wird aus Freiheit Chaos. Das Wesen der Menschwerdung Christi und deren Vollbringung im Mysterium von Golgatha besteht sowohl aus einer Befreiung als auch einer Durchliebung - Durchchristung - der Menschheit. Es muss betont werden, dass die Christusbotschaft nicht mit jener Engherzigkeit verkündet werden darf, die ihr so grossen Schaden zugefügt hat. Der Hindu Mahatma Gandhi klagt christlich, wenn er sagt: “Ich wäre Christ, wenn diese Christen nicht wären.“ Die Tragik unserer Zeit und ihre Lüge, der Materialismus, beruht auf dem Versagen der Menschen, die sehr wohl die Freiheit, nicht aber die Liebe des Christus wollen. Daraus entstand die sogenannte wertfreie Wissenschaft, die zu einer Freiheit von Verantwortung statt zu einer Freiheit für Verantwortung geführt hat. Die moderne Menschheit hat sich mit einer erschreckenden Mehrheit durch Lieblosigkeit in der Freiheit gegen statt für Gott entschieden. Der Materialismus ist deshalb eine ganz besonders gefährliche Lüge, weil er eine Teilwahrheit - die Materie - zur ganzen Wahrheit proklamiert. Werden moralische Werte in der Wissenschaft gefordert, so warnen die Vertreter der Wertfreiheit vor einer Ideologisierung der Wissenschaft und vergessen dabei, dass die gefährlichste Ideologie von ihnen selbst gefordert wird: die Wertfreiheit, d.h. der alle Werte entwertende Wert der Wertfreiheit.

  • Max Thürkauf, Vom Glauben an die Wissenschaft und vom Glauben an Gott

Fortschrittsglaube

Der Fortschrittsglaube des 19. Jahrhunderts erhielt entscheidende Impulse durch die Gedanken Darwins. Seine Theorie besagt bekanntlich, dass zu allen Zeiten, allein aus Zufall, in einer gegebenen Entwicklungsstufe oder Gattung neue Arten oder Eigenschaften auftreten können. Er nimmt weiter an, dass unter diesen unzähligen Möglichkeiten, Merkmalen, Eigenschaften u.ä. nur jene überleben und sich weiterentwickeln, die anpassungsfähiger sind als die anderen und dadurch im »Kampf ums Dasein« Darwins Lehre die gebildete Welt des 19. Jahrhunderts tatsächlich glauben, dass der Fortschritt ganz von selbst aus dem universellen Kampf ums Dasein resultiere, wobei immer der Stärkere, Rücksichtslosere, Listigere und Anpassungsfähigere über den Schwächeren siege. Somit ist die fundamentale Idee des Darwinismus, dass der Daseinskampf das große Gesetz der Natur sei und die einzige Quelle des Fortschritts. Auch der Marxismus, der sich dem Liberalismus entgegenstellt bekennt sich vorbehaltslos zur gleichen Philosophie des Fortschritts. Bloß mit dem Unterschied, dass es dem unerbittlichen Konkurrenzkampf einzelner Individuen durch den ebenso unerbittlichen Klassenkampf zweier Gruppen ersetzt, der Ausbeuter und der Ausgebeuteten oder der Bourgeoisie und des Proletariats, was heute im Neomarxismus analog auf das Verhältnis der reichen zu den armen Nationen übertragen wird. Es ist genauso der »Kampf« der allein zum Fortschritt führt.

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