Trauerarbeit

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Was einer ist, was einer war, beim Scheiden wird es offenbar, wir hören nicht, wenn Gottes Weise summt, wir schaudern erst, wenn sie verstummt. Hans Carossa

Leitgedanken

Neu

  • Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand, die er zum Heil uns allen barmherzig ausgespannt. Arno Pötzsch
  • Und doch ist da einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. Rainer Maria Rilke
  • Die Bande, welche die Traurigkeit zwischen zwei Seelen knüpft, sind stärker als die Bande der Glückseligkeit. Und die Liebe, die mit Tränen besiegelt wird, bleibt ewig rein und schön. Khalil Gibran
  • Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. Rainer Maria Rilke
  • Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Mt 16,26
  • Alles was zerfällt, gehört der Erde. / Doch alles, was uns lieb ist, gehört dem Himmel. / Nimm Erde den Staub. / Nimm Himmel unsere Verstorbenen. Anton Rotzetter
  • Liebe, du der Menschen göttlichster Verstand, / die des Unglücks Stürme siegend überwand, / die im Unglück fester Herz an Herz band, / knüpfte Seel an Seele, knüpfte Hand in Hand. Johann Gottfried von Herder
  • Selig die Trauernden; / denn sie werden getröstet werden. Mt 5,4
  • Nur manchmal, während wir so schmerzhaft reifen, daß wir an diesem beinah sterben, dann: formt sich aus allem, was wir nicht begreifen, ein Angesicht und sieht uns strahlend an. Rainer Maria Rilke
  • Ja, Gott ist meine Rettung; / ihm will ich vertrauen und niemals verzagen. Jes 12,2
  • Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit zum Gebet. Außer, wenn du viel zu tun hast - dann nimm dir eine Stunde. Franz von Sales

A - H

  • Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht, führ uns durch Finsternis zum Licht, bleib auch am Abend dieser Welt als Hilf und Hort uns zugesellt. Johann Gottfried Herder
  • Das Kreuz Christi ist eine Last von der Art, wie es die Flügel der Vögel sind. Sie tragen aufwärts. Bernhard von Clairvaux
  • Der Herr beschenke dich mit der Behutsamkeit seiner Hände, mit dem Lächeln seines Mundes, mit der Wärme seines Herzens, mit der Güte seiner Augen, mit der Freude seines Geistes, mit dem Geheimnis seiner Gegenwart. Sabine Naegeli
  • Der Tod ist wie das Umblättern der Seite im großen Buch des Lebens. Birgit Riezler
  • Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand / und keine Qual kann sie berühren. Weish 3,1
  • Du läuterst uns durch heißes Leiden, / wie Silber rein wird in der Glut, / durch Leiden führst du uns zu Freuden; / ja, alles, was du tust, ist gut. Matthias Jorissen
  • Herr, ich suche Zuflucht bei dir. / Lass mich doch niemals scheitern; / rette mich in deiner Gerechtigkeit! Wende dein Ohr mir zu, / erlöse mich bald! Sei mir ein schützender Fels, / eine feste Burg, die mich rettet. Denn du bist mein Fels und meine Burg; / um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten. Ps 31,2-4

I - Z

  • Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir folgt, tappt nicht mehr im Dunkeln, sondern hat das Licht und mit ihm das Leben. Predigt zu Joh 8,12
  • Ihr Verzweifelnden! Wieviel Mut macht ihr denen, die euch zuschaun! Friedrich Wilhelm Nietzsche
  • Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahinkommen, dass ich Gott schaue? Ps 42,3 Losung der Herrnhuter Brüdergemeine
  • Nicht das Sterben, das Überleben ist hart. Peter Rosegger
  • Sterben ist nicht das Untergehen der Sonne, sondern das Auslöschen der Lampe im Morgenlicht! Rabindranath Tagore zugeschrieben
  • Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Mt 10,38
  • Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Dietrich Bonhoeffer
  • Wenn du recht schwer betrübt bist, dass du meinst, kein Mensch auf der Welt könne dich trösten, so tue jemand etwas Gutes, gleich wird's besser sein. Peter Rosegger
  • Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. Georg Neumark

Kreuzwege

Von Montlingen zum Montlinger Bergli

Von Wolfurt über Buch nach Bildstein

  1. Bildstöckle "Alte Bucherstrasse", Wolfurt
  2. Wegkreuz "Ippachbrünnele"
  3. Marienbild "Ippachbrücke"
  4. Wegkreuz "Steurerhof"
  5. Tomasini-Hütte
  6. Gipfelkreuz "Schneiderkopf"
  7. Aussichtspunkt "Buggenegg"
  8. Wegkreuz "Oberbildstein"
  9. Wegkreuz "Dorf"
  10. Kreuz im Gasthof "Kreuz"
  11. Erscheinungskapelle
  12. Flatz-Bildstöckle im Rickenbachtobel
  13. Wegkreuz "Staudach"
  14. Wegkreuz "Schlossgasse", Wolfurt

Gehzeit ca. 240 min

Von Schwarzach über Obertellenmoos nach Bildstein

... auf dem alten Prozessionsweg

Gehzeit ca 50 Min

Von Wolfurt über Dellen nach Bildstein

  1. Pfarrkirche St. Nikolaus Wolfurt
  2. Bildstöckle "Alte Bucherstrasse"
  3. Ich-bin-Station 1: "Ich bin der Weg"; vgl. Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Joh 14,6
  4. Ich-bin-Station 2: "Ich bin die Tür"; vgl. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Joh 10,9
  5. Ich-bin-Station 3: "Ich bin das Brot"; vgl. Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. Joh 10,35
  6. Ich-bin-Station 4: "Ich bin der Weinstock"; vgl. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Joh 15,5
  7. Ich-bin-Station 5: "Ich bin das Licht"; vgl. Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. Joh 8,12
  8. Wegkreuz Staudach
  9. Ich-bin-Station 6: "Ich bin die Auferstehung"; vgl. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Joh 11,25-26
  10. Ich-bin-Station 7: "Ich bin der gute Hirte"; vgl. Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Joh 10,11
  11. Flatz-Bildstöckle, Rickenbachtobel
  12. Erscheinungskapelle
  13. Pfarrkirche Maria Bildstein
  14. Gasthof Kreuz, Bildstein

Gehzeit ca 2 Std

Von Meschach über Kapf nach Millrütte

Gehzeit ca 200 Min

Sonstiges

Der Gang über die Brücke

Lange stand ich vor der schmalen Holzbrücke, die sich mit ihrem sanften Bogen spiegelte. Es war eine Brücke zum Hin- und Hergehen, hinüber und herüber. Einfach so, des Gehens wegen der Spiegelungen.

Die Trauer ist ein Gang hinüber und herüber. Hinüber, dorthin, wohin der andere ging. Und zurück, dorthin, wo man mit ihm war alle die Jahre des gemeinsamen Lebens.

Und dieses Hin- und Hergehen ist wichtig. Denn, da ist etwas abgerissen. Die Erinnerung fügt es zusammen, immer wieder. Da ist etwas verlorengegangen. Die Erinnerung sucht es auf und findet es.

Da ist etwas von einem selbst weggegangen. Man braucht es. Man geht ihm nach. Man muß es wiedergewinnen, wenn man leben will. Man muß das Land der Vergangenheit erwandern, hin und her, bis der Gang über die Brücke auf einen neuen Weg führt. (Jörg Zink)

Nimm Abschied und gesunde

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in and're, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben. Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen, der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten! Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen! Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewohnheit sich entraffen. Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegen senden: des Lebens Ruf an uns wird niemals enden. Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Der Herr hat's gegeben

... - der Herr hat's genommen

Das Buch Hiob aus dem Alten Testament gilt ja so ein wenig als ein deprimierendes Buch. "Hiobsbotschaft" sagt man heute noch, wenn eine besonders schlechte Nachricht eintrifft. Dabei steckt unwahrscheinlich viel Substanz in diesem Buch. Dank Hiob offenbart sich in diesem Buch ein gewaltiger Schatz an Lebensweisheiten und geistlichen Botschaften. Vom ganz alltäglichen Leben bis hin zu Schöpfungsgeheimnissen reicht die Bandbreite dieses Buches.

Hiob hatte zweifellos allen Grund zur Klage. Nacheinander verlor er Familie, Besitz und Gesundheit. Doch was tut Hiob? Er betet an und spricht den berühmten Satz aus: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, gepriesen sei der Name des Herrn" (Hiob 1,21).

Wider alle Resignation

Warte nicht, bis du alles verändern kannst, sondern tu das Mögliche. Warte nicht, bis der Tag kommt, sondern ergreife den Morgen. Warte nicht, bis andere dir auf die Schulter klopfen, sondern geh, wenn es sein muss, alleine. Warte nicht, bis andere dich mitnehmen, sondern geh und stärke ihren Mut. Warte nicht, bis Türen sich von selbst auftun, sondern klopfe solange, bis sie aufgehen. Warte nicht, bis Gott etwas tut. Er hat nur unsere Hände und Herzen.

Warte nicht, wenn alles um dich herum grau und eintönig ist, sondern bring Farbe und Musik ins Leben. Warte nicht, weil die Sonne untergeht und alles Nacht zu werden scheint, denn die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages. Warte nicht, weil Fehler und Schuld dich blockieren, sondern geh und entschuldige dich. Warte nicht, bis die Tyrannei der Angst Triumphe feiert, sondern überwinde die Angst im Vertrauen auf Gott.

Warte nur, wenn dein Warten Gebet ist; Denn Beten verändert manchmal mehr als alles Tun. Es kann Schwerstarbeit sein, ein erfülltes Warten, das verändert, hinein in die Zukunft Gottes wider alle Resignation

  • Immanuel Jacobs (OSB)

Selig(nicht nur) die Trauernden

... Anregungen für eine zeitgemäße Trauerpastoral

  • Selig die Trauernden; / denn sie werden getröstet werden. Mt 5,4
  • "Ich habe deinen Namen in meine Hand geschrieben" Jesaja 49,16

Quelle

Gedicht/Lied

Du kannst nicht tiefer fallen / als nur in Gottes Hand, / die er zum Heil uns allen / barmherzig ausgespannt.

Es münden alle Pfade / durch Schicksal, Schuld und Tod / doch ein in Gottes Gnade / trotz aller unserer Not.

Wir sind von Gott umgeben / auch hier in Raum und Zeit / und werden in ihm leben / und sein in Ewigkeit.

Nicht die Gesunden brauchen den Arzt

..., sondern die Kranken

[...] Matthäus hat sofort verstanden, dass er selbst ein Kranker ist, der einen Arzt wie Jesus braucht. Als Außenseiter, als einer, den keiner mag, den alle schneiden, wird er plötzlich hereingebeten, „Komm, folge mir!“ Matthäus hat begriffen, dass das eine einmalige Chance ist, die sein ganzes Leben verändern wird. Seine bisherige Existenz bricht er schlagartig ab und springt hinein in das Daseins eines Jüngers. Er zögert nicht, entschlossen steht auf und geht mit. [...]

Lieber Herr Jesus Christus, du bist der Arzt der Welt, du bis der Doktor der Universität, du bist der Therapeut meiner Seele. Was auch immer mich drückt und quält, dir kann ich es anvertrauen. Welche Schuld auch immer auf meinem Herzen lastet, du kannst sie mir wegnehmen. Welche Krankheit zum Tode mich auch immer infiziert hat, du kommst in meine Nähe und Du setzt dich mit mir zu Tisch. Herr, ich danke Dir für die heilsame Kraft Deiner Nähe, ich danke Dir dafür, das Du mich zu Dir rufst. Lass mich spüren und jeden Tag neu feiern und preisen, wie gnädig und barmherzig Du bist, geduldig und von Großer Güte. Du vergibst und all unsere Schuld und heilst alle unsere Gebrechen . Hab tausend Dank dafür. Amen.

Trost schenken

Lesung: Jesaja 40, 1-5.9-11

»Tröstet, tröstet mein Volk!«, sagt euer Gott. »Sprecht den Leuten aus Jerusalem Mut zu, sagt zu ihnen: 'Eure Gefangenschaft ist zu Ende! Eure Schuld ist abgebüßt! Ihr habt vom HERRN die volle Strafe für eure Vergehen empfangen; jetzt ist alles beglichen!'«  Hört, jemand ruft: »Bahnt für den HERRN einen Weg durch die Wüste, baut eine Straße für unseren Gott! Füllt die Täler auf, ebnet Berge und Hügel ein, räumt alle Hindernisse aus dem Weg! Der HERR wird kommen in seiner ganzen Herrlichkeit und alle Menschen werden es sehen. Der HERR selbst hat das gesagt.«  Steig auf einen hohen Berg, du Freudenbotin Jerusalem! Ruf mit lauter Stimme deine Botschaft aus, du Zionsstadt! Tu es unbesorgt, hab keine Angst! Sag den Städten Judas: »Euer Gott kommt! Der HERR, der mächtige Gott, kommt als Sieger und herrscht mit starker Hand. Die Siegesbeute, sein Volk, das er befreit hat, zieht vor ihm her. Er führt sein Volk wie ein guter Hirt, der die Lämmer auf seinen Arm nimmt und an seiner Brust trägt und der die Mutterschafe behutsam leitet.« 


Predigt zum 2. Adventsonntag

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben an Christus, eine 21-jährige, die nach einem Suizidversuch in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden war, erzählte dem Krankenhausseelsorger, dass sie eigentlich keine Probleme und auch keinen akuten Grund zu dieser Tat gehabt habe. Es ging ihr zu Hause gut, die Eltern haben ihr eine hervorragende Berufsausbildung ermöglicht, sie hatte viele Freunde, genügend Geld, ein Auto und eigentlich keine Sorgen. Aber schon lange fragte sie sich, welchen Sinn das Leben denn habe. Immer wieder sagte sie, es sei völlig gleich, ob man 20 oder 80 Jahre alt wird, das ganze Leben sei doch etwas Sinnloses, niemand könne sie überzeugen, dass das Leben einen Sinn habe, deshalb sei es am besten, nicht mehr leben zu müssen. Obwohl sie keine Probleme hatte und es keinen akuten Anlass zu einem Selbstmordversuch gab, wollte diese junge Frau dennoch nicht mehr leben; sie sah trotzdem keinen Sinn in ihrem Leben. Ich habe schon oft Menschen kennen gelernt, die äußerlich den Anschein erwecken, dass sie glücklich sind, und die die Frage, wie es ihnen geht, zunächst positiv beantworten. Wenn man aber dann ihr Vertrauen gewinnt, erzählen sie von ihren unerfüllten Sehnsüchten, oftmals von mangelndem Sich-geliebt-fühlen, von fehlender echter Lebensfreude, von ihren tiefen Zweifeln am Sinn des Lebens und ihren inneren Abgründen. Ich bin sicher, es sind heute in unserer materiellen Wohlstandsgesellschaft gar nicht wenige Menschen, die sich nach außen hin nicht anmerken lassen, dass über ihrer Seele tiefe Trauer liegt, dass sie innerlich den Kopf sinken lassen, weil sie nicht wirklich Sinn in ihrem Leben sehen und nicht wirklich Freude an ihrem Dasein haben. Viel mehr Menschen, als es vielleicht scheint, suchen Trost. Und irgendwann braucht wohl jeder Trost. Daran muss ich denken, wenn ich im Buch des Propheten Jesaja die wunderbaren Worte lese: „Tröstet, tröstet mein Volk!“, sagt euer Gott. Diese Trostbotschaft war ursprünglich an das Volk Israel gerichtet, dem damit die bevorstehende Heimkehr aus der babylonischen Gefangenschaft angekündigt wurde. Das Wort „Trost“ bedeutet ursprünglich „innere Festigkeit“. Trost gibt Halt, stellt wieder auf festen Grund. Trost, das ist Schaffen eines Raumes, in dem Wunden der Seele heilen können. Heilwerden beginnt mit dem Trösten. Trösten darf aber nicht verwechselt werden mit billiger Vertröstung, etwa mit einem vorbeigehenden Schulterklopfen, einem warmen Händedruck und Floskeln wie „Es wird schon wieder!“ oder „Anderen geht's noch viel schlechter“ bis hin zu frommen Sprüchen „Wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“ oder „Der Herrgott wird schon wissen, was er tut“. Da macht es sich der Tröster sehr leicht. Da will er den Schmerz des anderen nicht aushalten. Und der andere fühlt sich so nicht ernst genommen und schon gar nicht erleichtert und getröstet. Für jemanden, der Trost sucht, ist es immens wichtig, das Gefühl zu haben, nicht lästig zu fallen. Wenn er das Gefühl haben kann, der andere nimmt sich Zeit für mich, und er tut es gerne, dann ist schon ein wichtiger Schritt in Richtung Trost geschehen. Eine Gefahr beim Trösten liegt darin, dass man glaubt, man muss viele Ratschläge geben. Das zeugt aber meist nur von Unsicherheit mit der Situation umzugehen und traut dem anderen nicht zu, dass er selber Wege aus seiner Trauer und seinem Schmerz finden kann. Der Leidende sucht einen Menschen, bei dem er sich verstanden fühlt und der an seinem Leiden Anteil nimmt. Anteil nehmen heißt, dass ich mir wirklich Zeit nehme und da bin. Wirklich Trost schenken kann wohl nur der, der um seine eigene Trostbedürftigkeit weiß. Denn aufrichtendes Trösten geschieht nicht von oben herab, sondern auf gleicher Ebene, von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz. Es ist schwer, einen Menschen leiden zu sehen und nichts tun zu können als bloß bei ihm zu sein. Man möchte helfen, die Situation zu ändern, kann aber nur zusehen, wie es dem anderen schlecht geht. Da erlebt man seine eigene Ohnmacht sehr schmerzlich. Diese Ohnmacht auszuhalten und trotzdem beim Leidenden zu bleiben gehört auch wesentlich zum Trösten. Ebenso die Einsicht, dass letzten Endes nicht ich als großer Tröster den anderen wieder froh und glücklich machen kann, sondern dass Gott das Heil bringen wird. Liebe Christen, ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass von Trauernden und Leidenden, wenn ich mich wirklich auf sie eingelassen habe, auch die Frage nach Gott gestellt wird. Dann, denke ich, ist die Zeit gekommen, wo es recht ist, miteinander Trost in den vielen Trost spendenden Worten und Bildern unseres Glaubens zu suchen. Dann ist auch die Zeit gereift, das Herz des Trauernden zu öffnen für den Neuanfang an Gottes Hand, ihn zu ermutigen im Vertrauen auf Gott aufzustehen und weiterzugehen.

  • Quelle derzeit nicht verfügbar

Der Segen der Trauernden

Gesegnet seien alle, die mir jetzt nicht ausweichen. Dankbar bin ich für jeden, der mir einmal zulächelt und mir seine Hand reicht, wenn ich mich verlassen fühle.

Gesegnet seien die, die mich immer noch besuchen, obwohl sie Angst haben, etwas Falsches zu sagen.

Gesegnet seien alle, die mir erlauben von dem Verstorbenen zu sprechen. Ich möchte meine Erinnerungen nicht totschweigen. Ich suche Menschen, denen ich mitteilen kann, was mich bewegt.

Gesegnet seien alle, die mir zuhören, auch wenn das, was ich zu sagen habe, sehr schwer zu ertragen ist.

Gesegnet seien alle, die mich nicht ändern wollen, sondern geduldig so annehmen, wie ich jetzt bin.

Gesegnet seien alle, die mich trösten und mir zusichern, dass Gott mich nicht verlassen hat.

Segenswunsch

Möge Gott dich segnen mit Unbehagen gegenüber allzu einfachen Antworten, Halbwahrheiten und oberflächlichen Beziehungen, damit Leben in der Tiefe deines Herzens wohnt.

Möge Gott dich mit Zorn segnen gegenüber Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen, damit du nach Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Frieden strebst.

Möge Gott dich mit Tränen segnen, zu vergießen für die, die unter Schmerzen, Ablehnung, Hunger und Krieg leiden, damit du deine Hand ausstreckst, um sie zu trösten und ihren Schmerz in Freude zu verwandeln.

Und möge Gott dich mit der Torheit segnen, daran zu glauben, dass du die Welt verändern kannst, indem du Dinge tust, von denen andere meinen, es sei unmöglich sie zu tun.

Segensgebet

Ich segne deine Gedanken, dass sie immer wieder aus dem Grübeln heraus ins Leben zurückfinden.

Ich segne dein Gesicht, damit es die Tränen aushalten und Lachen zulassen kann.

Ich segne deine Schultern, damit sie dir Kraft geben, den Schmerz und das Schwere zu tragen.

Ich segne dein Herz, damit es die Liebe findet, die der Quell allen Trostes ist.

Ich segne deine Mitte, damit du dein eigener Quell der Stärke bist.

Ich segne deinen Mut, der dich durch die Trauer trägt.

Ich segne deine Tränen, die den Schmerz von dir lösen.

Ich segne deine Kreativität, damit du immer wieder Wege findest, die dich weitertragen.

  • Andrea Kern

Gebet des hl. Franziskus

Herr: Mache mich zum Werkzeug Deines Friedens. Dass ich Liebe bringe, wo man hasst. Dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt. Dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist. Dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält. Dass ich Wahrheit bringe, wo Irrtum herrscht. Dass ich die Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht. Dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit ist. Dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.

Oh Meister: Hilf mir, dass ich nicht danach verlange: Getröstet zu werden, sondern zu trösten. Verstanden zu werden, sondern zu verstehen. Geliebt zu werden, sondern zu lieben.

Denn: Wer gibt, der empfängt. Wer verzeiht, dem wird verziehen. Wer stirbt, der wird zum ewigen Leben geboren. Amen.

  • Franz von Assisi

Verbindungen